Infos zur Straßenbeleuchtung
Die vorhandenen Gelder der Kommunen in Deutschland werden immer knapper. Viele Städte und Gemeinden versuchen bei der Straßenbeleuchtung zu sparen. Die vorhandene Technik befindet sich oft noch auf einem Stand von über 35 bis 40 Jahren. Hierbei hat sich gezeigt, dass die Investitionskosten innerhalb der gesamten Lebensdauer einer Lampe wesentlich geringer sind als der Anteil der laufenden Kosten. Neben den Investitionskosten für die Leuchten, Masten, Installationen, Kabelnetz und Verteiler (unter Berücksichtigung der Abschreibungen und Verzinsung) setzt sich der Gesamtaufwand vor allem aus den Betriebskosten für Energie, Lampenersatz sowie Wartungs- und Instandhaltungsleistungen zusammen.
Der Anteil der Beleuchtung am gesamten Stromverbrauch liegt bei ca. 6,5 Prozent (laut VDEW April 2006). Die gesamte deutsche Straßenbeleuchtung stellt einen Anteil von ca. 7 Prozent am gesamten Lichtstromverbrauch dar. Das Einsparpotentional bei der Straßenbeleuchtung und Deutschland wird auf einen Wert zwischen 1,6 Mio. t CO2 (laut ZVEI9 bis zu 3,5 Mio. t (laut Fa. Osram) geschätzt.
Marktuntersuchungen haben gezeigt, dass die Lebensdauer von Straßenbeleuchtungsanlagen ca. 33 Jahre (im europäischen Mittel) beträgt. Durch die Überalterung der Straßenbeleuchtung können in manchen Kommunen die Stromkosten jedoch überdurchschnittlich hoch ausfalle. Durch eine Modernisierung der Anlagen kann auf wirtschaftlichem Weg Abhilfe geschaffen und gleichzeitig die Beleuchtungsqualität verbessert werden.
Neue Rahmenbedingungen
Darüber hinaus entstehen durch gesetzliche Rahmenbedingungen auf europäischer und nationaler Ebene Handlungszwänge für die Kommunen bei der Beleuchtung von Straßen und Plätzen. Die Europäische Union setzt in ihren Regelwerken unter anderem Schwerpunkte im Klimaschutz, Umwelt, Gesundheit und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen sowie Abfallwirtschaft. Auch in der Straßenbeleuchtung soll mit den Gesetzen und Richtlinien – nach Aussage des Bundeswirtschaft und Technologie – durch Definition von Mindest-anforderungen die von energiebetriebenen Produkten ausgehenden Umweltauswirkungen verringert werden. Der Energieverbrauch soll gesenkt, der Materialaufwand vermindert und die Belastung mit Schadstoffen reduziert werden. Zugleich wird damit ein Beitrag zur Sicherheit der Energieversorgung geleistet. Das Gesetz will mit Hilfe verschiedener Instrumente auch bei der Beleuchtung sicherstellen, dass nur solche energiebetriebenen Produkte verwendet werden, die den festgelegten Mindestanforderungen genügen. So werden z.B. nur noch Lampen mit höherer Lichtausbeute zugelassen.
Anfallende Kosten
Bei den Lampenersatzkosten und Wartungskosten im laufenden Betrieb nach der Modernisierung ergibt sich oft eine zusätzliche Einsparung, da mit den Leuchten auch langlebige Leuchtmittel (Lampen) verwendet werden können. Längere Intervalle beim Lampenwechsel reduzieren den Wartungsaufwand. Durch wartungsfreundliche Leuchten-Bauelemente und hochwertige Materialien können sich die Wartungsintervalle (gegenüber früher) verdoppeln und somit die hierbei anfallenden Kosten halbieren. Im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen können bisherige Über- oder Unterdimensionierungen der Straßenbeleuchtung geprüft werden. Die Effizienz neuer Beleuchtungstechnik erlaubt es eine bessere Ausleuchtungsgleichmäßigkeit und größere Mastabstände. Bei geringerer Anschlussleistung wird durch verbesserte Lichtausbeute ein höheres Beleuchtungsstärke- und Leutdichtenniveau auf Straßen und Plätzen geschaffen. Damit können auch Straßenbeleuchtungen im Bestand mit mangelhafter Qualität (z.B. bei zu großen Mastabständen) meist auf den besseren Stand der Technik gebracht werden können.
Eine höhere Schutzart bedeutet einen größeren Schutz gegen Umwelteinflüsse. Somit verlängert sich die Lebensdauer der Leuchten und verringert die Intervalle für Reinigungen.
Reduzierung der Lichtverschmutzung
Die künstliche Aufhellung des Nachthimmels führt zu einer Lichtverschmutzung die sich negativ auf Menschen, Tiere und Natur auswirken kann. Veraltete Straßenbeleuchtungsanlagen und Lichtinstallationen wie Skybeamer und Leuchtreklamen verstärken den Lichtsmog. Mit gezielter Ausrichtung der Lichtverteilung moderner Leuchten wird die Lichtverschmutzung reduziert, Insekten geschützt und gleichzeitig die Energieeffizient verbessert.
Förderung energiesparender Straßenbeleuchtung
Um auf die technischen Möglichkeiten aufmerksam zu machen, wie Kommunen Energie einsparen und damit ihre Betriebskosten langfristig senken können, haben das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), das Umweltbundesamt (UBA) und die KfW Bankengruppe den Bundeswettbewerb „Energieeffiziente Stadtbeleuchtung" initiiert. Gleichzeitig hat das Umweltministerium Baden-Württemberg das Förderprogramm „Klimaschutz-Plus" aufgelegt um den CO2-Ausstoss an der Quelle zu senken.
Die Modernisierung der Straßenbeleuchtung in Walldürn
Die Stadtwerke Walldürn GmbH ist eine 100% ige Tochter der Stadt Walldürn. Im Jahre 2006 wurde das Eigentum der Straßenbeleuchtungsanalgen in der Kernstadt gegen Zahlung eines Kaufpreises auf die Stadtwerke übertragen. Seit dieser Zeit betreiben die Stadtwerke ca. 1.400 Lichtpunkte in der Kernstadt.
Die SWW investiert fortlaufend in die Erneuerung der Straßenbeleuchtung, um einen nachhaltig effizienten und sichern Betrieb zu gewährleisten. Hierzu gehören insbesondere auch Investitionen zu Senkung des Energieverbrauches durch neue Leuchten.
Die Stadtwerke Walldürn GmbH haben sich bei beiden Förderprogrammen beteiligt und letztlich eine Förderzusage von 25 Prozent über das Bundesprogramm erhalten. Im Rahmen dieser Förderung werden 200 Straßenlampen umgerüstet. Nach und nach werden die alten Quecksilberdampflampen, bei denen zwei 80-Watt-Leuchten pro Straßenlampe nötig waren, gegen effizientere und langlebigere 70-Watt Natriumhochdrucklampen ausgetauscht. Die Umrüstung beginnt in der Wettersdorfer Straße, Dr.-Konrad-Adenauer-Straße und der Miltenberger Straße. Durch die Umrüstung der Lampen auf eine effiziente Straßenbeleuchtung können im Regelfall mind. 20-30 Prozent und im Einzelfall bis zu 50 Prozent Strom eingespart werden. Pro eingesparte kWh ergibt sich eine Minderung von 0,63 kg des klimaschädlichen Treibhausgases CO2. Zu erkennen sind die neuen Lampen am orange-gelben Licht. Dies führt dazu, dass sich der Kontrast verstärkt und dadurch die Verkehrssicherheit erhöht. Die neuen Natriumhochdrucklampen haben außerdem einen positiven Nebeneffekt für nachaktive Insekten. Durch die Verwendung eines anderen Lichtspektrums ziehen die Lampen weniger Insekten an. Die SWW wollen immer auf der Höhe der Zeit sein, zum Walldürn im bestmöglichen Licht erstrahlen zu lassen.



